kino.to: Staatsanwaltschaft Dresden erwägt Verfolgung der Nutzer

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Wie nun bekannt wurde erwägt die Staatsanwaltschaft Dresden gegen Nutzer, die für die Nutzung gezahlt haben vorzugehen. Auf den sichergestellten Computern der Betreiber von kino.to wurden wohl einige Nutzerdaten sichergestellt. Auch von Hausdurchsuchungen ist in diesem Falle schon die Rede. Nutzer, die sich den Premiumaccount gekauft haben, um Geschwindigkeitsdrosselungen und Werbung aus dem Weg zu gehen werden in kommenden Tagen eher unruhig schlafen. Allerdings scheint dieses Unterfangen bisher auf sehr wackligen Beinen zu stehen, da bisher noch nicht geklärt wurde, ob das Streamen von Filmen wirklich illegal ist.

Beim sogenannten Streaming wird der besagte Film, oder die Musik nicht auf die Festplatte des Users geladen, sondern nur in einen Zwischenspeicher. Nach dem Beenden des Streams wird dieser wieder gelöscht. Rechtsanwälte sind sich über die Legalität des Streamings bisher uneinig und auch durch Gerichte konnte bisher keine eindeutige Entscheidung erreicht werden.

Der Leiter der Gesellschaft zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sieht diesen Fall indes seiner Meinung nach recht klar: „Den Nutzern von Kino[x].to müsste klar sein, dass sie damit Kriminelle unterstützen. Das gilt insbesondere für die Inhaber von bezahlten Premium-Accounts.“ – Die getroffenen Aussagen und Meinungen gehen dabei allerdings weit auseinander, besonders, weil auf der ehemaligen Seite auch Werbung von namhaften Unternehmen geschaltet wurden, die dadurch die Plattform indirekt mit unterstützten.

Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke zeigte sich verwundert über den Schritt. „Der Schaden ist relativ gering. Insofern könnte man die Fälle auch als Bagatelldelikte ansehen“.

In einem Interview mit heise online sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, dass man tatsächlich nachvollziehen hatte können, wer welchen Film oder welche Serie wie oft angesehen hat, allerdings sähe man davon ab daraus eine Urheberrechtsklage ableiten zu wollen. Vielmehr ginge es darum einigen Nutzern bei der Überweisung via PayPal nachzuweisen dadurch den Betreibern von kino.to bei Urheberrechtsverletzungen geholfen zu haben. Der Sprecher sagte weitergehend, dass man nicht die gesamte Nutzerschaft kriminalisieren wolle.