Das Volk, das neue Feindbild – PRISM NSA BND

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Wo nur beginnen? Ich weiß es nicht, jeden kommen neue Hintergründe unserer Lieblingsdatenkraken ans Licht. Mir vorzustellen, dass dieser Artikel schon mehrfach mitgelesen, eingeschätzt und bewertet wurde, während ich ihn schreibe, macht mir in gewisser Hinsicht Angst.

Es ist irgendwie ironisch. Da spricht der Mann aus Amerika, Obama, der mit dem roten Knopf, der Mann über, neben? PRISM und der NSA am Brandenburger Tor. Dem Symbol der deutschen Einheit – und dem Symbol, des Endes eines Überwachungsstaates. Währenddessen dessen Geheimdienste und wie nun bekannt geworden auch der BND in Hinterzimmern weiter alle Menschen dieser Erde verfolgen und ihre privaten Vorlieben, ihr Leben, unser Leben 24/7 die Woche ausspähen, analysieren, bewerten und einstufen.

„Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft. Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit.“ – Parteislogan, 1984 – George Orwell

Man muss also davon ausgehen, dass jeglicher Datenverkehr, der über das Internet verbreitet wird, irgendwo auf einer Festplatte der NSA landet. Im Vergleich zu der STASI muss ich eingestehen, wie hart das auch klingen mag, wirkt diese doch eher niedlich.

Ich erinnere mich noch gut an den Anfang. Dort wurde die Nachricht verbreitet, die NSA habe direkten Zugriff auf die Server von Google. Warum das so bedeutent ist? Naja dass sollte auf der Hand liegen. Um nur ein paar Stichworte zu nennen GMail, Analytics, G+, GDrive, Android, Google Search, GMaps. Google weiß also eigentlich schon alles über uns, kennt das Internet und jeden Link jeder Webseite ganz genau (Es würde mich nicht verwundern, wenn nach diesem Artikel, meine Webseite vollständig aus dem Google Index fliegt). Die Antwort auf die Vorwürfe kam promt – What the… . Aber was soll ich sagen? Vielleicht belassen wir es dabei auch einfach bei WhatTheFuck.

Aber wer überwacht die Überwacher? Richtig, niemand. Ich hielt unser Bundesverfassungsgericht immer für die bisher letzte Instanz unserer, wenn man es noch so nennen mag, Demokratie, die uns vor daten-wütigen Politikern und ihren Ideologien schützt. Mein Bild von unserer lebenden Gesellschaft war noch nie besonders gut, aber währenddessen wir uns mit Kleinkinderspielen, wie der VDS beschäftigt haben, wurde, dass was wir dort zu mindestens theoretisch abschaffen wollten auf viel höherer Ebene schon längst tagtäglich vollzogen.

Aber wofür das Ganze? Offiziell heißt es, zum Schutz, zum Schutz des Volkes vor Terrorangriffen aus der unfreien Welt. Aber wo ist denn die freie Welt geblieben? Wir müssen also uns also von unserer gesamten Privatsphäre verabschieden, um endlich frei sein zu können? Sind wir also nur frei, wenn wir konsumieren, alles glauben, was wir in der Werbung, in den Nachrichten sehen und lesen? Sind wir nur frei, wenn wir den Staat entscheiden lassen, ob unser Denken & Handeln der Norm entspricht?
Umso mehr Freiheit jemand für uns oder wir für uns selber wollen, umso mehr wird unsere Freiheit eingeschränkt werden. Es ist ein bisschen, wie der verzweifelte Versuch ein Paradoxon der Zeitreise auszulöschen: Das, was wir sehen, wird versucht zu verhindern und wird nur ausgelöst, weil wir gesehen haben, was passieren wird.

In Wahrheit lässt sich annehmen, dass der Staat, oder die Staaten Angst vor dem Volk hat – vor uns. Denn unsere Menschlichkeit unsere Unberechenbarkeit ist ein Faktor, den kein Computerprogramm jemals errechnen, verstehen, oder einsortieren können wird. – (Soweit meine Theorie zu Computerprogrammen).
Den Reichen & Mächtigen sind die kleinen Leute doch egal, solange wir nur Glauben zu wissen. Solange weiterhin das Geld dorthin fließt, wohin es fließen soll, zu Ihnen. Und solange die Mehrheit dieses Landes, ja gar dieses Planeten dieses Spiel mitspielt, solange werden wir weiter auf diese Weise, oder gar noch schlimmer überwacht und eingeschränkt werden. Wenn diese Art der Überwachung einmal aufhört, dann nur aus einem Grund – Revolution.

Nachtrag:
Eigentlich wollte ich noch auf die neuen Helden unserer fortlaufenden Geschichte eingehen, etwa Julian Assange, Chelsea Manning oder Edward Joseph Snowden, die zu mindestens unbewusst bereit dazu waren, oder sind, ein Umdenken herbei zu führen, obwohl sie wissen konnten, was auf sie zu kommen würde. Leider passte dies nicht in den Artikel, aber ich denke, das letzte Wort zu dem Thema wird noch nicht gesprochen sein.