Anonymous – Der Klassenfeind

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Zum ersten Mal, hörte ich von Anon, oder Anonymous als es um anonymes Surfen ging, ein Dienst, der via Webseite dafür sorgte, dass man mit einer fremden IP im Internet surfen konnte. Einige Jahre später erfuhr ich von einem weitern Anonymous. Einem losen Kollektiv, dass sich aktiv gegen die Sekte Scientology einsetzte.

Viele Jahre hörte man nichts von ihnen. Doch nun, in unserem „neuen Zeitalter“ erfahren wir von einer neuen Anonymous-Bewegung. Einer die sich aktiv für die Rechte jedes Einzelnen einsetzt. Für Freiheit, Freiheit in Mexico, Freiheit für die westliche Welt, Freiheit für uns, gegen undemokratische Staaten. Die Mittel scheinen dabei durchaus in die Illegalität zu reichen, aber wie erwährt man sich einem Feind, einem Feind, der das Gesetz selbst schreibt?

Aus meiner Sicht von, naja, Halbaußen handelt es sich bei Anonymous um durchaus mündige Bürger. Bürger, die ein Zeichen setzen wollen, doch wie macht man das? Um wahrgenommen werden, muss man schon neue Wege gehen. Der Kampf für ein freihes Internet, dass schon längst Einzug gehalten hat, nicht nur in die Kinderzimmer, sondern hinaus in unsere Welt sollte erstrebenswert sein.

Auch unsere Überwacher sind aktiv. NSA, BND und Co. sind mitten drin und untersuchen frei jeder Gesetze unsere Schritte und dass tagtäglich aufs Neue. 24 Std. am Tag 7 Tage die Woche. Jene, freie denkende Bürger, oder von mir aus auch Anonymous stehen Tag für Tag unter Verdacht. Informieren die Leute, versuchen sie wachzurütteln und bringen sich selbst in Gefahr. Der krieg ist im vollen Gange, ein Krieg, der früher oder später darüber entscheidet, wie unsere Welt aussehen wird.

Aus meiner Sicht steuern wir auf eine Welt zu mit nur einer Macht. Der Mensch musste sich von Anfang an erwehren, die Herrschaft über den Planeten gewinnen. Einen solchen kampf erleben wir auch nun wieder, jedoch nicht gegen eine andere Spezies, sondern gegen uns – gegen den Menschen selbst. Auf dem Weg zur Selbstzerstörung. Reich & Mächtig vs. Arm & Unbedeutend. Die Mittel sind klar definiert. Der Bürger, das Volk soweit es ihnen erlaubt ist, so weit, wie es ihnen möglich ist das eigene Leben hinter sich zu lassen. Gegen einen Feind, ohne Gewissen, ohne Regeln und ohne bindende Gesetze.

Krieg ist kein Gesellschaftsspiel, bei dem sich die Planer brav an Regeln halten. Wenn es um Sein oder Nichtsein geht, werden Regeln und Verpflichtungen machtlos. Nur die bedingungslose Abkehr vom Krieg überhaupt kann da helfen. – „Albert Einstein, Einstein sagt, Alice Calaprice (Hrsg.)“

Bradley Manning machte es vor. Er begab sich in den Krieg, den schon lange erwarteten Informationskrieg. Er veröffentlichte brisantes Material und verlor damit vorerst sein „freies“ Leben. Mit Wikileaks, mit Julian Assange. Was wir erleben ist Geschichte. Was wir sehen, was wir berichten, wird später in den Geschichtsbüchern stehen, die Frage ist nur noch, wie die Darstellung lauten wird. Werden Manning, Assange, Snowden usw. als Helden in unsere Geschichtsbücher eingehen? Oder wird man die Wahrheit verdrehen?

Geschichte ist das Muster, das man hinterher in das Chaos webt. – Carlo Levi

Noch haben wir die Macht dies zu entscheiden. Wollen wir aktiv leben? oder wirklich nur gut unterhalten werden?